Forschung

Satellitenprojekt ImmunoTwin

Long Term Immunological Consequences in Adversity-Divergent Twins

Wir alle sind in sozialen Gefügen wie etwa der Familie, der Schule oder dem Beruf eingebettet, die einen vielfältigen und individuell unterschiedlichen Einfluss auf unsere Lebensqualität nehmen. In dem Satellitenprojekt ImmunoTwin (‘Long Term Immunological Consequences in Adversity-Divergent Twins‘) beleuchtet das TwinLife-Team am Standort Bielefeld gemeinsam mit dem Luxembourg Institute of Health (LIH) und der Universität Luxemburg, wie sich konkrete Belastungsfaktoren in unserer sozialen Umgebung (z. B. Lebensereignisse wie die Erfahrung von Armut oder alltäglichen Belastungen, wie ein chaotisches Wohnumfeld) auf unsere Gesundheit auswirken.

Konkret geht es also um langfristige immunologische Konsequenzen bei Zwillingen mit unterschiedlichen Belastungserfahrungen im Laufe ihres Lebens. So widmet sich das Projekt unter anderem der Frage, inwieweit Belastungsfaktoren aus sozialen Umgebungen zu einer verfrühten Beeinträchtigung des Immunsystems führen und chronische Krankheiten verursachen können, die normalerweise erst im höheren Alter auftreten.

Für das Projekt schreiben wir zusätzlich die teilnehmenden Zwillinge aus unseren älteren Kohorten an, um sie zu einer Teilnahme an der Studie zu bewegen. Dabei bündelt das ImmunoTwin-Projekt Expertisen aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen – der Medizin, der Psychologie, der Soziologie und der Ökonomie – um Erklärungen für die Entwicklung von bestimmten Gesundheitsrisiken zu finden.

Soziale und ökonomische Bedingungen haben einen maßgeblichen Einfluss auf die Gesundheit und mögliche Krankheitsentwicklungen. Trotz zahlreicher Bemühungen um strukturelle Hilfsangebote und Interventionsmaßnahmen bedeuten diese Gesundheitsdifferenzen oft eine einschlagende ökonomische Belastung und psychologische wie soziale Herausforderung für Betroffene. Insbesondere das Leben in benachteiligten sozio-ökonomischen Bedingungen kann daher einen großen negativen Einfluss auf akute sowie chronische Krankheitsentwicklungen haben, und zwar insbesondere dann, wenn zu wenig Mittel und Unterstützung zur Verfügung stehen.


Beschleunigte immunologische Alterungsprozesse Unterschiede in der Gesundheit der Bevölkerung zu erklären. Im ImmunoTwin-Projekt untersuchen wir, inwieweit beschleunigte Alterungsprozesse im menschlichen Immunsystem in Zusammenhang mit sozialen und ökonomischen Umweltfaktoren stehen. Dafür werden die existierenden soziologischen, ökonomischen und psychologischen Daten aus TwinLife genutzt, um psychosoziale Faktoren wie Resilienz, soziale Unterstützung, Integration und Ausgrenzung sowie ökonomische Unsicherheiten abzubilden. Diese wiederum können bestehende Alterungsprozesse des Immunsystems hemmen oder verstärken. Durch das Zwillingsdesign werden gleichzeitig genetische Ursachen für diesen Einfluss kontrolliert.

ImmunoTwin bietet eine einzigartige Chance, diesen hochgradig interdisziplinären Forschungsbereich zu beleuchten. Dadurch, dass wir nicht nur immunologische und biologische Informationen, sondern auch die soziale und ökonomische Umwelt der Untersuchungspersonen kennen, hoffen wir, ein tieferes Verständnis der beteiligten Mechanismen entwickeln zu können. Diese Erkenntnisse können auch helfen, effektive und effiziente Maßnahmen zu identifizieren, um eine möglichst stabile Gesundheitsentwicklung auch für Menschen mit Belastungen und geringen Ressourcen zu erreichen.

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Projektleitung:

Prof. Dr. Martin Diewald (Universität Bielefeld)
Prof. Dr. Claus Vögele (Universität Luxemburg)
Prof. Dr. Conchita D'Ambrosio (Universität Luxemburg)
Dr. Jonathan Turner (Luxembourg Institute of Health)